David Hubmayr

„Ein Universitätsstudium öffnet Welten”

von David Hubmayr, 15. Dezember 2015

Ein Universitätsstudium öffnet Welten. Ereignisreiche, unbekannte, herausfordernde und spannende Welten. So etwas kann man natürlich leichter sehen und schreiben, wenn man das Studium abgeschlossen hat und die notwendige Distanz zur Beurteilung des Systems hat. Als Studienanfänger ist man mit neuen Begriffen, neuen Situationen und neuen zu meisternden Aufgaben überhäuft, von der fachlichen bis zur organisatorischen Seite sehr beschäftigt. Den Einstieg zu schaffen, sich zu orientieren und die ersten Prüfungen zu meistern sind die ersten Hürden.

Ich habe mich für das Studium der Technischen Physik und der Materialwissenschaften aufgrund der Ausbildungsbreite entschieden. Es liefert die notwendige, solide Basis für eine Vielzahl an Entfaltungsmöglichkeiten, die man vor dem Beginn des Studiums oft noch gar nicht in vollem Umfang kennt. Für das eine oder andere Thema baut sich im Laufe des Studiums Interesse auf und man vertieft sich.

Die Nutzung der Entfaltungsmöglichkeiten ist auch definitiv ein ganz wichtiger Teil eines Universitätsstudiums, sei es, dass man unkompliziert in Vorlesungen zu ganz unterschiedlichen Themen hineinschnuppert, die Vielzahl an angebotenen Programmen für Auslandsaufenthalte (e.g. seitens des Außeninstitutes der TU Wien, etc.) nutzt, bei Organisationen oder Vereinigungen mitarbeitet (e.g. Fachschaften, etc.) oder im Rahmen der zahlreichen Kurse des Universitäts-Sportinstitutes aktiv wird.

Mein primäres Interesse galt den Materialwissenschaften. In diesem Fachgebiet absolvierte ich, von einer HTL kommend, einige Praktika, bis ich mich entschied, meiner Neugierde nachzugehen und mein Profil mit einem Praktikum in einem pharmazeutischen Unternehmen zu ergänzen. Es blieb nicht bei einem Praktikum und nach Abschluss meines Studiums wurde es ein nahtloser Einstieg in die pharmazeutische Industrie. Physik ist nun nicht die klassische Grundlage dafür. Das TU-Studium liefert eine solide Grundlage und die Pharmaindustrie tagtäglich jene sinnerfüllten Herausforderungen, welche die Freude an der Arbeit aufrechterhalten.

Ich möchte dazu ermuntern, den Kern des Studiums (Pflichtfächer) gut zu strukturieren und fokussiert im Team mit Mitstudierenden zu absolvieren. Das Team ist unerlässlich, es motiviert in den vielen mühsamen Phasen des Studiums, es stützt bei Misserfolgen, die de nitiv jeder erlebt, und es bietet die Möglichkeit, Erfolge zu teilen.

Ein großer Fokus liegt jedoch auch darauf, sich eine große Neugierde zu bewahren, einfach neue Dinge auszuprobieren, an der Stammuniversität, an anderen Universitäten, in der Industrie, im Inland und im Ausland. Fragen stellen, Antworten einfordern und über Erlebtes reflektieren. Essentiell ist auch die Aneignung von unterschiedlichen Softskills und gleich die praktische Erprobung davon. Dies ermöglicht unterschiedliche Erfahrungen, Aspekte und Sichtweisen zur Lösung eines Problems zu kombinieren, was den ganz entscheidenden Punkt im heutigen Arbeitsumfeld darstellt. Fast schon automatisch hat man durch ein rundes Profil die Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem, den erfolgreichen Umgang mit Veränderungen und das berühmte, oft geforderte, out-of-the-box Denken unter Beweis gestellt. Kann man das mit guten Noten, verbinden stehen definitiv viele Türen nach bzw. teilweise schon während des Studiums offen.

In der Praxis wandern kerzengerade Lebensläufe heutzutage, bei einer erfahrenen HR Abteilung, gleich in die Rundablage, das macht Sinn und das ist gut so. Das big-picture, die story-behind, von all dem was man gemacht, absolviert und ausprobiert hat, ist das Essenzielle.