Maximilian Kuhnert

„Studiere was dich interessiert und dir Spaß macht”

von Maximilian Kuhnert, 15. Februar 2016

Mein erster Ratschlag an StudienanfängerInnen ist, keinesfalls nur für einen Titel zu studieren. In dem Fall wäre es sinnvoller (und lukrativer), eine konkrete Berufsausbildung zu machen oder gleich in einen Beruf einzusteigen. Man sollte daher nur dann studieren, wenn man wirklich etwas lernen möchte und das studieren was einen interessiert und einem Spaß macht.

Ich hatte mich schon immer für Technik und Physik interessiert und das Physikstudium an der TU war genau das Richtige für mich. Eine Besonderheit des Studiums ist, dass man bereits im Rahmen von Projektarbeiten und der Bachelor- bzw. Masterarbeit die Möglichkeit hat, postulierte Theorien und Modelle selbst im Labor zu verifizieren/falsifizieren und damit einen Beitrag zu aktueller Forschung zu leisten. Allerdings braucht man dafür auch eine hohe Frustrationstoleranz, denn wenn es einfach wäre, dann hätte den Nachweis schon jemand anderer erbracht. Wer aber die Herausforderung sucht, ist bei diesem Studium sicher richtig.

Am Ende zahlt es sich jedenfalls aus. Man erhält zwar keine maßgeschneiderte Berufsausbildung, aber man lernt abstrahierend zu denken, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und Lösungswege zu implementieren. Aus diesem Grund sind Physiker am Arbeitsmarkt gefragt. Man sollte sich bloß nicht abschrecken lassen, wenn z.B. eine Stelle nur für Informatiker ausgeschrieben ist oder die HR Abteilung behauptet, sie hätten noch niemals Physiker eingestellt. Sie interessieren sich trotzdem für uns, das kann ich persönlich bestätigen.

Wichtig ist, im Studium von Beginn an ein gutes Teamwork mit den Kollegen zu forcieren. In Arbeitsgruppen lassen sich die Übungsbeispiele schneller lösen (und verstehen) und nebenbei knüpft man die eine oder andere Freundschaft die über das Studium hinaus bestehen bleibt. Der Kontakt zu den Kollegen ist einer der wichtigsten Aspekte im Studium. Besonders gut gefallen hat mir hierbei die internationale Ausrichtung der TU, die sich auch in der finanziellen Unterstützung meiner Auslandsaufenthalte (Schweiz, USA) niedergeschlagen hat.

Für den Einstieg in den Arbeitsmarkt kann ich das TUtheTOP Programm empfehlen, da es Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern vermittelt. Zudem lernt man Absolventen anderer Fachbereiche kennen und kann dadurch ein wenig über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Für mich war es auch deshalb eine sehr positive Erfahrung, da ich nette und sehr engagierte Leute kennengelernt habe – gemeinsam haben wir den TUtheTOP alumni club gegründet und organisieren seither Get-togethers mit Vorträgen zu aktuellen Themen.

Insgesamt hatte ich eine tolle Zeit an der TU. Ich habe eine breite Wissensbasis erworben, konnte Theorie in die Praxis umsetzen und an cutting-edge Forschung teilhaben. Ich habe interessante Leute kennengelernt und Feste gefeiert, hart gearbeitet und viel Spaß gehabt.